Partielle Mondfinsternis am 28. August 2026: Uhrzeiten und Sichtbarkeit in Deutschland
Am Freitagmorgen, dem 28. August, wandert der Vollmond in den Erdschatten. Wenn du nur einen Satz mitnehmen willst: Wecker auf 4:15, rausgehen um 4:33, Schluss gegen 5:45. In dieser Stunde frisst sich der Schatten sichtbar in den Mond, danach übernimmt die Dämmerung. Das oft beworbene Maximum um 6:12 Uhr sieht in Deutschland niemand mehr — warum, steht weiter unten.
Der Ablauf, und was davon bei uns ankommt
Alle Zeiten in MESZ, also so, wie deine Uhr an diesem Morgen steht. Achtung bei anderen Quellen: Manche Portale schreiben irrtümlich „MEZ" und liegen damit eine Stunde daneben.
3:23 Uhr — Halbschatten. Kaum zu erkennen, höchstens ein grauer Hauch.
4:33 Uhr — Kernschatten. Ab hier lohnt es sich: Von unten links schiebt sich ein klarer, dunkler Bogen in die Scheibe.
Ab etwa 5:30 Uhr — Dämmerung. Der Himmel hellt auf, der Mond sinkt. Der Anblick wird schwächer, nicht besser.
6:12 Uhr — Maximum. Rechnerischer Höhepunkt, für Deutschland zu spät.
7:52 Uhr — Ende. Bei uns längst untergegangen.
Wann für dich Schluss ist
Zwei Dinge beenden das Schauspiel: die Dämmerung und der Monduntergang. Beide kommen im Osten früher.
| Stadt | Himmel hellt auf ab | Mond geht unter |
|---|---|---|
| Berlin | 5:34 Uhr | 6:11 Uhr |
| Dresden | 5:37 Uhr | 6:13 Uhr |
| Leipzig | 5:42 Uhr | 6:18 Uhr |
| Hamburg | 5:45 Uhr | 6:24 Uhr |
| Hannover | 5:50 Uhr | 6:27 Uhr |
| Nürnberg | 5:52 Uhr | 6:27 Uhr |
| München | 5:54 Uhr | 6:27 Uhr |
| Frankfurt am Main | 6:00 Uhr | 6:36 Uhr |
| Stuttgart | 6:02 Uhr | 6:36 Uhr |
| Köln | 6:05 Uhr | 6:42 Uhr |
Praktisch heißt das: In Berlin lohnt sich das Hinschauen bis etwa halb sechs, in Köln bis kurz vor sechs. Danach steht der Mond zwar noch am Himmel, verliert aber gegen das Morgenlicht.
Warum Deutschland das Maximum verpasst
Eine Mondfinsternis findet immer bei Vollmond statt — und Vollmond heißt: Der Mond steht der Sonne genau gegenüber. Er geht also unter, wenn sie aufgeht. Genau in diesen Moment fällt hier das Maximum. In Berlin geht der Mond um 6:11 Uhr unter und die Sonne um 6:11 Uhr auf; das Maximum ist für 6:12 Uhr berechnet. Im Westen bleibt eine halbe Stunde mehr, aber dann steht der Mond so tief, dass ihn schon eine Häuserzeile verdeckt — und das im hellen Morgenlicht.
Für die Platzwahl heißt das: freie Sicht nach Südwesten bis Westen. Nicht, um den Mond zu finden — er ist unübersehbar —, sondern weil ein Haus oder eine Baumreihe in dieser Richtung genügt, um ihn zu verdecken.
Ist das ein Blutmond?
Nein, nicht im üblichen Sinn. Rot wird der Mond erst, wenn er vollständig im Kernschatten steht und nur noch das gefilterte Licht der Erdatmosphäre abbekommt. Hier bleibt ein heller Rand außerhalb des Schattens, und der überstrahlt die zarte Färbung des Rests. Erwarte also keinen glühenden Vollmond, sondern einen großen dunklen Biss mit kupferfarbenem Schimmer darin — tief über dem Horizont, was für Fotos mit Landschaft im Vordergrund reizvoll ist (wie das geht).
Die letzte echte totale Mondfinsternis im März 2026 war in Deutschland nicht zu sehen. Die nächste, die man hier erleben kann, kommt am 31. Dezember 2028.
Zwei Finsternisse in sechzehn Tagen — Zufall?
Am 12. August schob sich der Mond vor die Sonne, am 28. August schiebt sich die Erde zwischen Sonne und Mond. Zwei Finsternisse in sechzehn Tagen — das ist kein Zufall, sondern die Regel.
Der Grund: Die Mondbahn ist gegen die Erdbahn gekippt. Meistens zieht der Mond bei Neumond über oder unter der Sonne vorbei und bei Vollmond über oder unter dem Erdschatten. Nur zweimal im Jahr kreuzt er die Ebene genau dann, wenn er auch in der richtigen Phase steht — und dieses Zeitfenster ist etwa fünf Wochen lang. Weil zwischen Neumond und Vollmond zwei Wochen liegen, passen beide Finsternisse hinein. Deshalb kommen sie fast immer paarweise.
Wer im August zweimal früh aufstand, hat eine solche Finsternis-Saison vollständig erlebt: die Sonnenfinsternis am 12. August und ihr Gegenstück am 28. Die nächste Saison folgt in etwa einem halben Jahr.
Wenn du schon wach bist: die ISS kommt vorbei
Das ist der Bonus dieser Nacht. Ende August ist die Raumstation wieder in den Morgenstunden über Deutschland sichtbar, und ein Überflug fällt mitten in dein Finsternis-Fenster: gegen 4:57 bis 5:02 Uhr zieht sie über Deutschland, über Berlin und Köln fast senkrecht über dir und damit strahlend hell. Ein zweiter, kürzerer liegt um 3:24 Uhr.
Diese Zeiten sind Näherungen. Die Bahn der ISS verschiebt sich durch Luftwiderstand und gelegentliche Kurskorrekturen, weshalb Überflüge erst wenige Tage im Voraus auf die Minute genau feststehen. Die verbindlichen Zeiten für deinen Ort findest du im Live-Tracker und auf deiner Städteseite — sie werden täglich neu gerechnet. Ein ruhig ziehender heller Punkt, der nicht blinkt: Das ist sie. Woran du Satelliten sonst erkennst, steht im eigenen Ratgeber.
Die nächsten Mondfinsternisse in Deutschland
| Datum | Art | Was zu erwarten ist |
|---|---|---|
| 20./21. Februar 2027 | Halbschatten | Unauffällig, nur ein grauer Schleier |
| 31. Dezember 2028 | total | Der nächste echte Blutmond über Deutschland |
| 26. Juni und 20. Dezember 2029 | total | Zwei weitere totale Finsternisse |
Finsternis-Zeiten nach timeanddate, Sternwarte Rodewisch und mondfinsternis.net. Dämmerungs-, Monduntergangs- und Überflugzeiten selbst berechnet und mit timeanddate abgeglichen. Stand: Juli 2026.
Wann die ISS das nächste Mal über deiner Stadt zu sehen ist: Städte-Übersicht · Live-Tracker
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